Wir träumen in Dunkelschwarz: Newmoon

Man darf sich im Januar schon auf den Juni freuen: Denn beim mit handverlesenen Bands und Musikern vollgestopften Maifeld Derby Festival in Mannheim spielen die belgischen Nachwuchs-Postpunks Newmoon, die zu lärmenden und übersteuerten Gitarren so schön in Dunkelschwarz träumen, dass es schon fast hymnisch klingt! Newmoon-Band-PhotoDa passt es bestens, dass die Fünf aus den flämischen Metropolen Gent und Antwerpen in Mannnheim just zu Neumond aufspielen! Die Heroen von The Pains Of Being Pure At Heart sind hier nicht fern!

Mit Twilight-Kitsch und Vampirromantik haben Newmoon so gar nichts im Sinn. Lieber lassen sie die übersteuerten Gitarren krachen und geben die Poètes Maudits: „Wir sind echte Dichter, Mann!“, stellen Newmoon selbstbewusst klar. Und wunderbarerweise sind diese Tracks bar aller irdischen Schwere, sondern kommen mitunter leichtfüßig und gar dreampoppig daher. Die Fünf nehmen sich alle Zeit der Welt, damit sich diese Songs majestätisch entfalten  können und streifen dabei mitunter das postrockige Ausufern. Bei aller Düsternis kommen Titel wie das sehr feine „Aria“ fast schon euphorisch daher. Bislang haben die Jungs eine EP namens „Invitation To Hold“ herausgebracht, der man via Bandcamp zur Gänze lauschen kann. Im Januar sind Newmoon mit den US-Boys von Turnover und Citizen in kurz Deutschland unterwegs: Am 23.1 in Dortmund im FZW, am 24.1. im Kölner Gebäude 9 und am 26.1 im Berliner Comet.

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Lärm und Lust mit High Hi

Geduld, junger Jedi! möchte man all denen zurufen, die den sehr feinen Track „Calm Down Sir“ von High Hi zum ersten Mal hören. Denn es dauert eine ziemliche Weile, bis nach allerlei aufbegehrendem adoleszenten Gitarrengeschrammel mit viel Fuzz und Hall endlich die ebenso starke wie sehnsüchtige Stimme von Sängerin und Gitarristin Anne-Sophie Hooghe einsetzt. Die einem dann aber nachhaltig betört, wie es die Sirenen nicht besser könnten. „Come, come again“, fleht sie, bis einem Hören und Sehen vergeht. Bitte am Mast festbinden, sonst ist man rettungslose verloren! Das Trio aus Löwen bewegt sich auf der grünen Grenze zwischen Shoeganze, härterem Britpop (irgendwie musste ich zwischendurch an den Klassiker „How Soon Is Now“ von den Smiths denken!) und garagigem Gelärme. Eine wunderbare Spannung zwischen Lärm und Lust herrscht hier. Und obwohl hier der Schweiß kräftig fließt und die langen blonden Haare der Sängerin fliegen, flirrt hier der bunte Flitter durch die Luft und kündet von poppiger Liebessehnsucht. Wie das schließlich funkelt!