Borealer Pop mit Two Kids On Holiday

Wer nun so tut, also ob er (oder sie!) nun auf Anhieb gewusst hat, was „boreal“ heißt, soll ruhig zugeben: Kurz gegoogelt, gell! Also: Boreal bedeutet nördlich, dem nördlichen Klima zugehörig. Wollen uns Two Kids On Holiday nun verwirren – oder gehört Brüssel neuerdings zu den Nordlichtern? Diese Band die ihren eigenen Sound als „borealen Pop“ bezeichnet, sind ausgemachte Schlawiner: Kommen zu dritt daher, wo es sich doch um ein Duo handeln soll! Und spielen südlich flirrende, hochlebendige, sehr krause Tanzmusik. twoDiese Töne blinken wie Zirkusreklame! Das Trio pflegt eigenwillige Harmoniegesänge und bedient sich vieler schöner Requisiten aus dem Fundus des musikalischen Zauberlehrlings. Die einzige Referenzband, die auf Anhieb einfällt, sind die wunderbaren dänischen Opulenz-Popsters Treefight For Sunlight, die einen ähnlichen Hang zu schwelgerisch, überkandidelten Tortenguss-Tönen haben. Beide Bands überwältigen übrigens mit Falsett-Stimmen. Und Spielkinder von hohen Gnaden sind die Belgier und die Dänen gleichermaßen! Das sind hoch euphorisierende Töne, die Two Kids On Holiday hier bieten. Von wegen kühl und nördlich! Scheinbar naiv und großäugig kommen Tracks wie das wunderbare „The Leaves Are Falling“ daher. Geschickt verborgen, dass dieser Song über ein Übermaß an Energie verfügt, bei aller scheinbaren Baumgucker-Romantik! Das Album „Hurricane“ ist bereits im vergangenen Jahr erschienen. Gerade an grauen und kalten Tagen entführen uns die eigenwilligen Töne von Two Kids On Holiday zu einem übermütigen Tag am Strand. Hier scheint selbst im Januar die Julisonne. Via Soundcloud und Bandcamp kann man dem Album zur Gänze lauschen. Unbedingt zu empfehlen: Der schwelgerische Track „Aloha“: Uaah, uuah, wo sind mein Hula-Hop-Reifen?

 

 

Advertisements