Vögel beobachten mit Imaginary Family

Ein kleines Liedchen, das man vor sich hinsummen könnte, wenn der Weg nach Hause in der Dämmerung durch ein Waldstück führt. Ein harmloser Vorgang, eigentlich. Joanna Isselé, eine Sängerin aus den französischen Alpen, die es seit längerer Zeit in die wirklich coole flämische Universitätsstadt Gent verschlagen hat, benötigt nur ihre Gitarre und ihre scheinbar naive Mädchenstimme, um reduzierte Geschichten zu erzählen. Die sich erst auf den dritten Blick als hintergründig erweisen. Sie tritt unter dem Künstlernamen Imaginary Family an und könnte eine dieser derzeit wie Löwenzahn wuchernden Folkpop-Klampfenliesen sein, wenn sie nicht diese Geneigtheit für leise beunruhigende Töne hätte. Vielleicht mag es daran liegen, dass sie als Linkshänderin die Gitarre seitenverkehrt spielt! Aus dem unverfänglichen Vorgang der Vogelbeobachtung entstehen plötzlich Geschehnisse, die man so gar nicht mehr unter Kontrolle hat. Und plötzlich wankt der Boden unter den Füßen, und nichts bleibt mehr, wie es war! Vom Video zum Song bin ich auch deswegen begeistert, weil es Geduld lehrt – eine Tugend, die heutzutage auszusterben droht. Wer hier nicht mindestens bis Minute Drei durchhält, verpasst etwas!

 

 

 

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