Melancholischer Müßiggang mit Avondlicht

Ein kleiner Geheimniskrämer ist er schon, der Herr Avondlicht aus Antwerpen. Genauere Infos zu Name und Vita muss man in mühseliger Kleinarbeit aus den Tiefen des Netzes herausfischen. Also! Mastermind hinter dem One-Man-Electronica-Projekt ist Matthias Dziwak aus der Hafenstadt, in der man so schön Schiffe gucken kann und überdies noch versteht, dass sich die Globalisierung zu nicht geringen Teilen über Containerschiffe vollzieht. Matthias Dziwak hat in der Vergangenheit bislang als musikalischer Duo-Partner von Oaktree auf sich aufmerksam gemacht, einem ebenfalls in Antwerpen beheimateten Elektronikfrickler. Während Oaktree sich eher an den experimentellen Seitenrändern des Genres bewegt, steht Avondlicht in der postromantischen Tradition und pflegt die Kunst des melancholischen Müßiggangs. Hier schwärmen die Streicher so beseelt, dass es einem ganz warm ums Herz wird. Avondlicht hat seine Kapuze tief über den Kopf gezogen und schaut nach unten. Innerlichkeit in ihrer modernen Form also! Die Debütsingle „Embrace“ ist ein kleines instrumentales Glanzstückchen, das die Tugenden des eleganten Müßiggangs hochhält. Dazu lässt sich bestens nachdenklich im sanften Abendlicht schlendern. Und die Seele schmerzt  höchst angenehm. „Embrace“ ist der erste Vorbote der EP „Blossom“, die demnächst erscheinen soll. Und vielleicht sollte die britische Elektronica-Szene um Mount Kimbie ernsthaft zur Kenntnis nehmen, dass sich die Antwerpener Szene mit ihren atmosphärischen Beats so langsam zur ernsthaften Konkurrenz mausert!

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