Euphorisch scheppern mit Yawns

Wer sagt denn,  dass Psychedelikpop ernsthaft und erdenschwer daherkommen muss? Die Neo-Hippies mit den langen Matten wie etwa die aktuell angesagten Temples machen zwar mächtig Retro-Lärm, sind aber auf der Bühne ziemlich angestrengt damit beschäftigt, cool und glamrockig auszusehen. Es geht doch auch anders, es geht doch auch luftiger und es geht vor allem auch euphorischer. Das beweisen die putzmunteren Jungspunde Yawns aus „Cloud City“ (wer bei Wikipedia nachschaut, wo das denn sein soll, stößt auf eine fiktive Stadt im Star-Wars-Universum!), die noch nicht mal stilechtes Langhaar haben müssen, um ziemlich 60ies-mäßig zu klingen. Die Vier um Sänger Jeroen Ernest Geboers kommen jedenfalls aus dem niederländischsprachigen Teil Belgiens und bezeichnen die eigenen Klänge wunderbar zutreffend als „Lo-fi Space Pop“. Passt! So gefällt gepflegt schepperndes Gitarrengeschrammel! Im sehr abgedrehten Video zum Song „I Want To Go Where Nobody Knows My Name“ entführen uns Yawns so erfolgreich in ein eigenwilliges Paralleluniversum, dass wir fast verpassen könnten, dass hier jede Menge feine Melodien zum munteren Steppen durch Haight Ashbury einladen. Die Farben verschwimmen uns vor den Augen, uns wird leicht schwindelig, aber zum gepflegten Abtanzen sind diese latent aufmüpfigen Töne bestens geeignet. Mit einem breiten Lächeln im  Gesicht. Weil uns trotz der Absonderlichkeiten aus dem 60ies-Raritätenkabinett hier sehr warm ums Herz wird!

 

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