Marble Sounds: Achje, schau nach oben!

Wer unter dem informellen Schlachtruf „dear me, look above“ antritt, dem ist meine Sympathie schon weitgehend sicher. Die Marble Sounds haben ihr letzes Album mit diesem netten Titel versehen. Recht haben sie, man sollte öfters mal nach oben schauen. Kommen nicht nur Regen und Hagel herunter! Das Quintett um den sanftstimmigen Sänger Peter Van Dessel lokalisiert sich entlang des magischen Dreiecks, das Brüssel, Antwerpen und Gent verbindet und pflegt den katzenpfötigen Indiepop auf hohem Niveau. Kann zwischenzeitlich in verhalten euphorische Harmoniegesänge ausbrechen, aber ist sehr darauf bedacht, bloß nie zu dick aufzutragen. Bescheidenheit ist eine kleine Kunstform!

Marble Sounds setzen auf funkelnde Zwischentöne und halten die Werte des gehobenen Träumertums hoch. Nicht verkehrt, das! Reduziert geht es hier zu, grenzwertmelancholisch sowieo. Natürlich zählt man sich zur Klasse der hochempfindsamen Verlierer. Regentropfen perlen über Fensterscheiben. Natürlich tauchen die Referenzgrößen The National und Sparklehorse auf, aber Marble Sounds kommen in wunderbar zurückgenommeben Tracks wie „Leave A Light On“ so reinen Herzens daher, dass sie sich auf ihrem kleinen Grundstück mit Himmelblick vor keinen ausländischen Konkurrenz fürchten müssen. Und während der deutsche Oktober mit Regen und kühlen Temperaturen endlich jahrezeitlich angemessen daherkommt, kann man sich an diesen wunderbar tröstlichen Tönen bestens wärmen!

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