Postpubertäre Zukunftsangst: Kennedy´s Bridge

Britisch inspiriert klingt es schon, was Kennedy´s Bridge aus Liège spielen: nervös-souveränen Indiepop mit einem Hauch Dicke-Lippe-Attitüde und jede Menge postpubertärer Zukunftsangst.  Mag ja daran liegen, dass die wallonische Metropole mit ihren immer noch aktiven Stahlwerken und den heruntergekommenen Arbeitervierteln in Teilen so aussieht, als sei Billy Elliott dort gedreht worden. Liège ist sicherlich keine Stadt, in der man mit feinsinniger Schwärmerei durchkommt: Hier sind eine gesunde Rotzigkeit und eine gepflegte Nöligkeit im Alltagsleben sicherlich von Vorteil. Warum sich die fünf Anfangszwanziger von Herrn Kennedy als Namensgeber inspirieren ließen, bleibt unerklärt, was aber nicht wirklich stört. Denn das Quintett verströmt eine präzise Energie, gepaart mit allerlei gekonntem Elektronica-Schnickschnack, ohne dabei an straßenköteriger street credibility einzubüßen. Unbekümmertheit zählt!

Im März haben die Jungspunde ihre EP „Basics“ vorgelegt, in der sie zeigen, dass unter der coolen Attitüde durchaus ein Hang zur ausufernden Seufzerei vorhanden ist. Gut so! Dem Album kann man zur Gänze via Bandcamp lauschen. Besonders gefallen tut der flotte Track „Finland“, der nicht nur auf Britpop-Partys gut ankommen dürfte. Und man überlegt sich, mal irgendwann mal wieder einen Abstecher nach Liège zu machen, falls Kennedy´s Bridge dort spielen sollten. Und um die tollsten innerstädtischen Treppenstufen der Welt zu besuchen, die escaliers de la montagne de Bueren mit ihren 374 Stufen!

 

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